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Katrin Hürbe |
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INNERE GÄRTEN Werden – Vergehen; Widerstand – Anpassung; Protest – Fügsamkeit.
Katrin Hürbes Bilder sind poetische und farbenprächtige Kompositionen von Widersprüchen, sanfte Klagen über den Zustand einer Welt, die so schön wie gefährdet ist. Jenseits von Moral und Belehrung, unaufdringlich und fast wie nebenan zeigt die Künstlerin die feinen Haarrisse des Daseins und entlarvt unseren respektlosen Umgang mit der Natur. Nur der flüchtige Blick trifft auf Schönheit und Ästhetik, gleitet über sanfte Formen und gefällige Schwünge. Doch schon der zweite Blick verhakt sich in Scherben, gleitet mitleidsvoll über einen Schmetterling, der in einer Farbschicht gefangen ist. Findet Wohlstandsmüll, der sich wie hingegossen in das Bild fügt und doch wie eine Narbe aus ihm hervorragt. Dazwischen Bänder und Fäden, Papierfetzen, Tapetenstücke, scheinbar absichtlose Farbfäden und Tupfer, störende Spuren in einer ästhetisierten Welt. Wörter, wie in den künstlerischen Raum geflogen, schaffen eine Verbindung zwischen Bild und der Person der Künstlerin. Fragile. Unique. In ihrer mal verspielten, mal distanzierten oder zweifelnden Art spiegeln die Bilder das Wesen ihrer Erschafferin wieder. Die Vielschichtigkeit von Katrin Hürbes Kunst ist nur ein Spiegel der Vielschichtigkeit unseres Lebens. Hier die Natur, der Frieden und die Poesie, die in der Vollkommenheit der Schöpfung liegt, dort der Einfluss des Menschen und sein Streben nach Unterhaltung, Abwechslung, schnelle Freude. Bilder, auf den ersten Blick wie ein Sommertag oder ein Traum vom Idyll. Doch schon im Entstehen verwoben mit Untergang und Verlust. Unter der optimistischen Farbenpracht und kindlichen Verspieltheit schimmern Wehmut und Anklage gegen Gleichgültigkeit. Die Empfindlichkeit der Künstlerin gegenüber eigenen Daseinsfragen und ihre wacher Blick auf eine Umwelt, die aus dem Gleichgewicht geraten ist, machen Katrin Hürbes collagenartige Bilder zu einer milden, authentischen Mahnung. Der im Bild eingesperrte Schmetterling, die gepresste Viola, das zerrissen Stück Schleier - sie fordern Achtsamkeit und Demut.
Katrin Hürbe hat mit ihrer Familie viele Jahre in Hongkong gelebt. Die Begegnung mit der fernöstlichen Lebensweise, der Einfluss buddhistischer Traditionen und der Alltag in einer Stadt mit einem pulsierenden Rhythmus, sind in ihren Bildern gegenwärtig. Katrin Hürbe hat an der Kunsthochschule Ottersberg in der Nähe von Bremen studiert und später ihre Studien bei Professor Jost Funcke fortgeführt. Ihr ursprüngliches Interesse galt der bildenden Kunst und der Skulptur, schon bald aber entdeckte sie ihre Liebe zur Malerei und ist dieser bis heute treu geblieben. Katrin Hürbe benutzt für ihre Bilder verschiedene Materialien: Öl und Acrylfarben fixieren Gegenstände des Alltags, viele davon am Wegesrand aufgehoben. Die Künstlerin malt in vielen Schichten und versucht so ihrem Bild einer vielschichtigen Wirklichkeit Ausdruck zu verleihen.
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